Hier noch der Bericht vom Samstag aus dem Gäubote:
Kiener: “Spielen am oberen Limit”
Völlig niedergeschlagen saßen am Donnerstag kurz vor 13 Uhr die Spieler der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft im heißen italienischen Sand. Mittendrin Nico Kiener, Thomas Ott und Felix Wacker von der SG H2Ku.
Sekunden zuvor hatten sie gemeinsam mit ihren Kollegen das fünfte und letzte Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft in Misano unglücklich gegen den ungeschlagenen Mitfavoriten Türkei im Shoot-Out 8:10 verloren. “Alles halb so schlimm”, meinte Nico Kiener allerdings schon ein paar Minuten später, “bereits am Mittwoch war nach dem Sieg gegen Zypern klar, dass wir die Hauptrunde erreicht haben.”
Dieser Erfolg allerdings ist eine schwere Geburt gewesen: Den ersten Satz hatte die deutsche Auswahl noch 18:23 verloren, den zweiten dann aber 24:22 gewonnen und damit ein Shoot-Out erzwungen. Hier verwandelte SG-Handballer Nico Kiener den letzten Pe nalty zum entscheidenden 5:2. Damit war das Team von Bundestrainer Matthias Mauch nach der Vorrunde mit vier Zählern punktgleich mit den Zyprioten. Im Rennen um Platz vier, der gerade noch zur Teilnahme an der Hauptrunde berechtigt, hatte Deutschland aber wegen des direkten Vergleichs die Nase vorne.
Die Qualifikation für die Hauptrunde war laut Nico Kiener nach den knappen Niederlagen gegen Dänemark (18:19, 22:23) und Italien (18:20,15:10, 8:9) auf der einen Seite zwar glücklich, auf der anderen aber auch verdient: “Wir spielen immer am oberen Limit. Auch wenn wir nur zwei der fünf Vorrundenspiele für uns entschieden haben. Trotzdem macht es unheimlich viel Spaß, es fehlen nur der letzte Tick und das nötige Glück.” Einzig im ersten Hauptrundenspiel am Donnerstagabend gegen Russland (10:21, 18:22) war Deutschland hoffnungslos unterlegen. “Das ist bisher die einzige Partie gewesen, in der wir wirklich keine Chance hatten”, sagte Linkshänder Nico Kiener, der auch den Zusammenhalt innerhalb der deutschen Nationalmannschaft lobt: “Wir haben ein klasse Verhältnis untereinander und wollen gemeinsam noch viel erreichen.” Die Bedingungen, die im italienischen Misano herrschen, sind dafür optimal: Sonne pur, feiner Sand und im Schatten zeigte das Thermometer in dieser Woche knapp 30 Grad Celsius an. “Und von der Organisation her ists ebenso super hier.”
Zimmerkollege Felix Wacker, der nach einem Lehrgang noch kurzfristig auf den deutschen Europameisterschafts-Zug aufgesprungen war und zum ersten Mal ein so großes Turnier spielt, ist ebenfalls vollauf begeistert: “Mein Eindruck ist absolut positiv. Gegen die ganzen hochklassigen Teams anzutreten, das ist doch noch mal etwas ganz anderes. Ärgerlich war bisher einzig und allein, dass wir immer so knapp an den Siegen vorbeirutschen.” In den bislang sechs ausgetragenen Partien wurde Felix Wacker dreimal eingesetzt. “Wenn ich nicht gespielt habe, habe ich eben am Rand mitgefiebert und Daumen gedrückt.” Er hofft nun, in der Hauptrunde noch auf den ein oder anderen Einsatz zu kommen.
In den weiteren Begegnungen muss die deutsche Auswahl gegen Weißrussland, Kroatien und die Ukraine antreten. “Alles sehr starke Gegner”, urteilt Thomas Ott, “wir sind aber auch nicht schlecht.” Die DHB-Beachhandballer haben vor, “mindestens Rang sechs zu erreichen”. Dieser würde zugleich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2008 in Cadice bedeuten.